Tiere

[08.04.2013]

Leben im Moor

Im Vergleich zu anderen Lebensräumen konnten sich vergleichsweise wenige Arten an die extremen Bedingungen im Hochmoor anpassen. Ohne Moor sind sie deshalb nicht überlebensfähig.
Für andere weniger spezialisierte Arten ist das Moor oft der letzte Zufluchtsort, weil ihre ursprünglichen Lebensräume verschwunden sind.
 
Hochmoorgelbling
Der Zitronengelbe Heufalter, wie diese Schmetterlingsart auch bezeichnet wird, ist von der Existenz der spezifischen Moorvegetation wie kein zweiter abhängig. Die Raupen des Tagfalters ernähren sich nur von den Blättern der Rauschbeere, woran sie sich später verpuppen. Die Rauschbeere gedeiht jedoch ausschließlich auf Torfböden, der Schmetterling ist daher an die Moore gebunden. Für seine Ernährung sind später blühende Wiesen notwendig. Geht das Lebensraum-Mosaik aus Bergwiesen und Mooren verloren, verliert auch der Hochmoorgelbling seine Lebensgrundlage.
 
  Hochmoosgelbling
Hochmoor-Mosaikjungfer
Die grau-braune Libelle zählt zu den größten Vertretern ihrer Art in Mitteleuropa. Sie ist auf Hochmoore mit ihren schwimmenden Torfmoospolstern angewiesen. Ihre Eier sticht die Mosaikjungfer in die Torfmoosflächen ein. Dort liegen sie drei bis vier Jahre zwischen den Moospflanzen, bevor die Larven schlüpfen und das Wasser verlassen. In Deutschland steht die Libellenart auf der Roten Liste gefährdeter Arten und gilt als vom Aussterben bedroht.
 
  Hochmoor-Mosaikjungfer
Birkhuhn
Das Birkhuhn ist ein etwa fasanengroßer Vogel, der in Deutschland vom Aussterben bedroht ist. Der Hahn trägt ein glänzend blauschwarzes Federkleid, weiße Schwanzfedern und auffällig große, rote Erhebungen über den Augen, so genannte „Rosen“. Mit seinem Tanz wirbt er im Frühjahr gemeinsam mit anderen Hähnen auf dem Balzplatz um die Hennen. Die nötige Abgeschiedenheit für das Werben finden die Birkhühner in abgelegenen Moorgebieten. Hier gibt es auch genügend Nahrung in Form von Beeren, Knospen, Trieben und kleinen Insekten. In strengen Wintern wühlen sich Birkhühner in lockeren Schnee ein und nutzen dessen isolierende Wirkung, um sich vor Kälte zu schützen.
 
  Birkhähne bei der Balz