Projektziele 2012 - 2014

[04.04.2013]

Maßnahmen zur Wiedervernässung

Um die Moore zu Forstwirtschaftlichen Zwecken oder zum Torfabbau nutzen zu können, wurden sie während der letzten Jahrhunderte systematisch mit Entwässerungsgräben durchzogen.
Das für Moore existenziell wichtige Wasser fließt nun ungebremst ab. Das hat zur Folge, dass die oberen Torfschichten austrocknen. Der Torf zersetzt sich unter Sauerstoffeinfluss zu Erde. Das Moor sackt zusammen und wächst nicht weiter.
Um die Moore wieder zu vernässen, werden verschiedene Maßnahmen realisiert.
 
  • Komplettes und teilweises Verfüllen der Gräben mit Torf
 
Das vollständige oder abschnittsweise Fertiger Torfdamm in der GabelheideVerfüllen von Entwässerungsgräben mit Torf gilt als effektivste Variante der Grabenbeseitigung. Als Füllmaterial dient vor Ort anstehendes Torfsubstrat. Der Torf wird mit einem Bagger ausgehoben und auf einer Länge von 2-3 Metern in den Graben eingefüllt und verdichtet.
Wichtig ist, dass der verwendete Torf weder lange entwässert noch stark mineralisiert ist. Andernfalls wäre das Material bei starken Niederschlägen sehr anfällig gegenüber Erosion, d.h. der Torf könnte weggeschwemmt werden und Gräben nicht mehr vollständig abdichten. Wo es möglich ist, werden die Gräben komplett verfüllt.
 
 
  • Verschluss der Gräben durch Bauwerke
 
Gräben mit starkem Gefälle werden durch Bauwerke aus Holz oder Metall verschlossen. Reiner Torf würde weggespült werden.
 
Aus Holzbohlen werden Bohlendämme in vorher ausgehobene Gruben quer zum Graben eingebaut und mit Torf überdeckt. An eingeschlagenen Pfosten befestigt man quer übereinander Holzbohlen. Lärchenholz wird aufgrund seiner natürlichen Dauerhaftigkeit bevorzugt. Diese Bauweise erfordert einen hohen Arbeitsaufwand.   Bohlendamm
     
Spundwände bestehen aus zwischen zwei Führungsbohlen senkrecht eingeschlagenen Nut- und Federbrettern. Sie dienen dem Verschluss von flachen und kleineren Gräben. Diese Bauwerke erfordern einen geringeren Arbeitsaufwand als Bretterdämme. Auch Spundwände werden abschließend abgedeckt.
 

Mit Sperrholztafeln oder Metallspundwänden werden flache und teilweise verlandete Gräben verschlossen. In den oft baumfreien Moorpartien wird mit vergleichsweise geringem Aufwand eine optimale Abdichtwirkung erzielt.
  Spundwanddamm
 
  • Wiederanbindung des Wassereinzugsgebietes
 
Zahlreiche Moorkomplexe werden außer von Niederschlagswasser auch von Hangwasser aus höher gelegenem Gelände gespeist. Durch Barrieren, wie Straßen wurden die Einzugsgebiete von den Mooren abgeschnitten.
Querdurchlässe unter Straßen sollen das Wasser wieder in Moore leiten.
 
 
Schonender Technikeinsatz
Um die empfindlichen Ökosysteme 23-Tonnen-Bagger mit Moorkettennicht übermäßig zu schädigen, werden speziell für den Einsatz in Mooren geeignete Maschinen genutzt. Da die Gefahr der Verdichtung des moorig-feuchten Untergrunds besteht, muss der Bodendruck, den die Maschinen aufbringen, möglichst gering sein. Außerdem dürfen die Maschinen nicht einsinken.
Bei den ersten Baumaßnahmen kam ein Bagger mit 23 Tonnen Gewicht  und 1,40 Meter breiten Ketten zum Einsatz. Sein Auflagedruck beträgt 0,22 Kg/cm². Zum Vergleich: Ein 100 kg schwerer Mann erreicht beim Gehen einen Bodendruck von 0,35 Kg/cm².
Die Maschinen enthalten außerdem biologisch abbaubares Öl um Verschmutzungen zu vermeiden.
In besonders sensiblen Moorbereichen werden die Maßnahmen in Handarbeit durchgeführt.